Was kostet eine technische Due Diligence? Preise und Bezugsgrößen 2026
Was kostet eine technische Due Diligence 2026? Preismodelle, Bandbreiten und transparente Einstiegspreise ab 500 Euro im Überblick.

Dieser Artikel ist Teil unseres umfassenden Artikels Leitfadens zur Technischen Due Diligence.
"Preis auf Anfrage" ist die häufigste Antwort, die Eigentümer und Asset-Manager bekommen, wenn sie nach den Kosten einer technischen Due Diligence fragen. Das Problem: Ohne Bezugsgröße lässt sich kein Angebot einordnen, kein Budget planen und kein Vergleich zwischen Anbietern ziehen. Dieser Artikel liefert deshalb konkrete Preiskorridore, erklärt die drei üblichen Abrechnungsmodelle und rechnet vor, wann sich eine tiefere Prüfung tatsächlich auszahlt.
Warum die Preise so stark streuen
Technische Due Diligence (TDD) ist keine standardisierte Dienstleistung wie ein Energieausweis. Der Aufwand hängt von der Objektart, dem Prüfumfang und der Qualität der vorhandenen Unterlagen ab. Ein Bürogebäude mit vollständigem Datenraum und aktuellen Wartungsnachweisen lässt sich in wenigen Tagen bewerten. Ein Zinshaus-Portfolio mit lückenhafter Dokumentation, Verdacht auf Schadstoffe und zehn Teileigentumseinheiten kann drei- bis vierfachen Aufwand bedeuten. Wer nur einen Gesamtpreis nennt, ohne diese Treiber zu benennen, verschleiert eher, als dass er informiert.
Die drei üblichen Abrechnungsmodelle
In der Praxis begegnen Ihnen bei der technischen Due Diligence im Wesentlichen drei Abrechnungslogiken. Alle drei haben Vor- und Nachteile, je nachdem, wie gut Sie den Prüfumfang im Voraus eingrenzen können.
Objektpauschale: Ein Fixpreis pro Gebäude oder Portfolio, meist gestaffelt nach Nutzfläche und Nutzungsart. Am transparentesten für den Auftraggeber, setzt aber eine klare Leistungsbeschreibung voraus, sonst drohen Nachträge bei Mehraufwand.
Tagessatz: Abrechnung nach tatsächlichem Zeitaufwand der Ingenieure, üblich zwischen 900 und 1.600 Euro pro Personentag je nach Seniorität. Fair bei unklarem Umfang, aber schwer im Voraus budgetierbar.
Prozent vom Kaufpreis: Vor allem bei größeren Transaktionen und internationalen Beratungshäusern verbreitet, typischerweise 0,05 bis 0,2 Prozent des Kaufpreises. Bei einem 20-Millionen-Euro-Objekt sind das 10.000 bis 40.000 Euro, unabhängig vom tatsächlichen technischen Prüfaufwand.
Für Einzelobjekte und mittelgroße Bestände ist die Objektpauschale meist die fairste und planbarste Variante. Prozentmodelle lohnen sich eher für sehr große, komplexe Transaktionen mit vielen Beteiligten.
Typische Preisbandbreiten nach Objektgröße und Nutzungsart
Als grobe Orientierung für den Berliner Markt (Stand 2026) haben sich folgende Bandbreiten für eine vollständige technische Due Diligence etabliert:
Kleines Zinshaus (bis 1.500 m², Wohnnutzung): 3.000 bis 6.000 Euro
Mittleres Bürogebäude (1.500 bis 5.000 m²): 6.000 bis 15.000 Euro
Großes Gewerbeobjekt oder Fachmarktzentrum (über 5.000 m²): 12.000 bis 30.000 Euro
Portfolio mit mehreren Objekten: häufig 60 bis 80 Prozent des Einzelobjektpreises pro zusätzlichem Objekt, da sich Datenraumstruktur und Reisezeiten teilen
Diese Spannen gelten für Standardprüfungen mit Ortsbesichtigung. Kurzchecks liegen deutlich darunter, vertiefte Prüfungen mit Red-Book-Standard darüber, siehe Tabelle unten.
Was den Preis wirklich treibt
Der Nutzungstyp allein erklärt selten die volle Preisspanne. In unserer Praxis sind es vor allem fünf Faktoren, die eine Prüfung teurer oder günstiger machen:
Objektanzahl und Portfoliostruktur: Jedes zusätzliche Objekt braucht eigene Begehung und Bewertung, auch wenn sich Reisekosten und Berichtsstruktur teilen.
Datenraumqualität: Ein gepflegter Datenraum mit Wartungsverträgen, Prüfberichten und Plänen spart oft ein bis zwei Prüftage gegenüber einem lückenhaften Bestand, bei dem Informationen erst nachgefordert werden müssen.
Prüftiefe (Red Book vs. Kurzcheck): Eine vollständige RICS-Red-Book-konforme Bewertung mit Bauteilaufnahme kostet ein Vielfaches eines orientierenden Kurzchecks zur ersten Risikoeinschätzung.
Schadstoffverdacht: Verdacht auf Asbest, PAK oder PCB (typisch bei Baujahr vor 1995) erfordert zusätzliche Beprobung und Laboranalysen, die separat kalkuliert werden.
Fristendruck: Eine Prüfung, die innerhalb von fünf Tagen für ein Exklusivitätsfenster abgeschlossen werden muss, kostet mehr als dieselbe Prüfung mit drei Wochen Vorlauf, da Kapazitäten priorisiert werden müssen.
Vergleich: Kurzcheck, Standard-TDD und vertiefte TDD
Prüfstufe | Typischer Aufwand | Ergebnis | Preisrahmen |
|---|---|---|---|
Kurzcheck | 0,5 bis 1 Tag, Ortsbesichtigung ohne Bauteilaufnahme | Handlungsempfehlung mit erster Risikoeinschätzung und Grobkosten | ab 500 Euro |
Standard-TDD | 2 bis 4 Tage, systematische Begehung, Datenraumauswertung, Fotodokumentation | Strukturierter Bericht mit CapEx-Plan über 5 bis 10 Jahre | 3.000 bis 15.000 Euro |
Vertiefte TDD (Red Book) | 5 bis 10 Tage, Bauteilaufnahme, Schadstoffbeprobung, Prüfung technischer Anlagen im Detail | Gutachterfester Bericht für Finanzierung und Verhandlung | 10.000 bis 30.000 Euro |
Die Gegenrechnung: Prüfkosten gegen erkanntes Risiko
Der eigentliche Wert einer technischen Due Diligence zeigt sich erst in der Gegenrechnung. Ein Beispiel aus der Praxis: Für ein Bürogebäude mit rund 3.200 m² in Berlin-Charlottenburg lag eine Standard-TDD bei etwa 8.500 Euro. Die Prüfung deckte eine veraltete Aufzugsanlage ohne gültige Sachverständigenprüfung sowie eine Dachabdichtung mit absehbarem Sanierungsbedarf innerhalb von drei Jahren auf, zusammen ein Investitionsrisiko von rund 180.000 Euro, das im ursprünglichen Kaufpreis nicht eingepreist war. Die Prüfkosten lagen damit bei knapp 5 Prozent des identifizierten Risikos, ein Verhältnis, das sich bei nahezu jeder ernsthaften Bestandsimmobilie wiederholt. Wer auf die Prüfung verzichtet, spart selten Geld, er verschiebt das Risiko nur unsichtbar in die eigene Bilanz.
Transparente Einstiegspreise statt Blackbox
Die großen Beratungshäuser rechnen häufig nach Tagessätzen oder Prozentmodellen ab, ohne dass Eigentümer vorab wissen, wo die Reise preislich hingeht. Bei RESO haben wir die häufigsten Prüfschritte deshalb produktisiert und mit offenen Preisen im Online-Shop hinterlegt. Eine erste Handlungsempfehlung nach Ortsbesichtigung gibt es ab 500 Euro, eine strukturierte Datenraumanalyse ab 1.000 Euro. Beides lässt sich unabhängig buchen, ohne dass gleich ein vollständiges TDD-Mandat ausgelöst wird. Für Eigentümer, die zunächst eine belastbare Einschätzung brauchen, bevor sie in eine tiefere Prüfung investieren, ist das oft der pragmatischere erste Schritt.
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Häufige Fragen
Was kostet eine technische Due Diligence im Durchschnitt?
Für ein einzelnes Objekt zwischen 1.500 und 5.000 m² liegt eine Standard-TDD in Berlin meist zwischen 6.000 und 15.000 Euro. Kurzchecks zur ersten Risikoeinschätzung sind bereits ab 500 Euro möglich, vertiefte Red-Book-Prüfungen können bis zu 30.000 Euro kosten.
Lohnt sich eine vertiefte TDD immer, oder reicht meist ein Kurzcheck?
Bei Objekten ohne bekannte Auffälligkeiten und mit gutem Datenraum reicht ein Kurzcheck oft aus, um grobe Risiken auszuschließen. Sobald Schadstoffverdacht, unklare Bauakten oder eine Finanzierungszusage mit gutachterfestem Nachweis im Spiel sind, ist die vertiefte Variante die wirtschaftlichere Wahl, da sie spätere Nachverhandlungen oder Finanzierungsverzögerungen vermeidet.
Wie wirkt sich Fristendruck auf den Preis aus?
Eine Prüfung, die innerhalb einer kurzen Exklusivitätsfrist von wenigen Tagen abgeschlossen werden muss, verursacht in der Regel einen Aufschlag von 10 bis 20 Prozent, da Kapazitäten priorisiert und teils parallel eingesetzt werden müssen.
Sind die RESO-Produktpreise verbindlich oder nur Einstiegspreise?
Die genannten Preise ab 500 Euro für die Handlungsempfehlung und ab 1.000 Euro für die Datenraumanalyse sind Einstiegspreise für den Standardfall. Der finale Preis richtet sich nach Objektgröße, Datenraumqualität und Prüftiefe und wird vor Beauftragung transparent bestätigt.
Was ist der Unterschied zwischen einer Datenraumanalyse und einer vollständigen TDD?
Die Datenraumanalyse wertet vorhandene Unterlagen (Verträge, Wartungsnachweise, Baupläne) aus, ohne dass zwingend eine Ortsbesichtigung stattfindet. Sie ist ein guter erster Schritt bei größeren Portfolien, ersetzt aber nicht die physische Prüfung des Objekts, die für belastbare CapEx-Aussagen notwendig bleibt.
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