Was ist Projektsteuerung – und warum brauche ich sie?

Was steckt dahinter, was kostet sie – und wann lohnt es sich? Alles was Eigentümer & Investoren wissen müssen.

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Was steckt dahinter, was kostet sie – und wann lohnt es sich? Alles was Eigentümer & Investoren wissen müssen.

Kurz gesagt: Projektsteuerung ist die professionelle Übernahme delegierbarer Bauherrenaufgaben — Kosten, Termine, Qualitäten, Verträge — durch einen externen Spezialisten nach dem Leistungsbild des AHO-Hefts Nr. 9. Das Honorar liegt je nach Projektgröße zwischen 1 und 7 Prozent der Baukosten und rechnet sich, sobald die vermiedenen Mehrkosten das Honorar übersteigen — bei Bestandsprojekten ist das die Regel, nicht die Ausnahme.

Wer ein Immobilienprojekt plant – ob Sanierung, Mieterausbau oder Neuentwicklung – steht schnell vor einer komplexen Aufgabe: Architekten müssen koordiniert, Kosten überwacht, Termine gehalten und Entscheidungen rechtzeitig getroffen werden. Genau hier greift die Projektsteuerung. Doch was genau steckt dahinter, was kostet sie – und wann lohnt sie sich wirklich?

Was ist Projektsteuerung?

Projektsteuerung ist die professionelle Wahrnehmung delegierbarer Bauherrenaufgaben durch einen externen Spezialisten. Das bedeutet: Aufgaben, die eigentlich dem Eigentümer oder Investor als Auftraggeber obliegen – wie Kosten- und Termincontrolling, Koordination aller Planungsbeteiligten sowie Qualitätssicherung – werden an einen erfahrenen Projektsteuerer übertragen.

In Deutschland ist das Leistungsbild der Projektsteuerung im AHO-Heft Nr. 9 definiert – dem anerkannten Branchenstandard für Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Es unterteilt die Projektsteuerung in fünf Projektstufen und fünf Handlungsbereiche: Organisation & Koordination, Qualitäten & Quantitäten, Kosten & Finanzierung, Termine & Logistik sowie Verträge & Versicherungen.

Wichtig: Der Projektsteuerer übernimmt dabei keine Planungsverantwortung – das bleibt beim Architekten oder den Fachplanern. Er agiert als neutrale Kontroll- und Koordinationsinstanz im Auftrag des Bauherrn.

Projektsteuerung vs. Projektleitung: Ein wichtiger Unterschied

Oft werden beide Begriffe verwechselt. Der Unterschied ist grundlegend: Die Projektleitung trifft Entscheidungen und trägt die Gesamtverantwortung – sie liegt beim Bauherrn bzw. Eigentümer. Die Projektsteuerung hat beratende und kontrollierende Funktion ohne eigene Weisungsbefugnis. Sie bereitet Entscheidungen vor, überwacht die Umsetzung und koordiniert alle Beteiligten.

In der Praxis werden gerade bei erfahrungsarmen oder ressourcenbeschränkten Eigentümern Teile der Projektleitungsaufgaben ebenfalls an externe Projektsteuerer übertragen. Ein erfahrener Projektsteuerer kann so als verlängerter Arm des Auftraggebers fungieren.

Die Aufgaben der Projektsteuerung: fünf Projektstufen, fünf Handlungsbereiche

Das AHO-Heft Nr. 9 gliedert die Projektsteuerung in fünf aufeinander folgende Projektstufen. Sie beantworten die Frage, wann der Projektsteuerer was leistet:

Projektstufe

Bezeichnung

Typische Leistungen

1

Projektvorbereitung

Zieldefinition, Organisationshandbuch, Grundlagenermittlung, Budgetrahmen

2

Planung

Steuerung der Planungsphasen, Kostenberechnung prüfen, Terminplan aufstellen

3

Ausführungsvorbereitung

Vergabestrategie, Ausschreibung und Vergabe steuern, Verträge vorbereiten

4

Ausführung

Kosten- und Termincontrolling, Nachtragsmanagement, Qualitätskontrolle

5

Projektabschluss

Abnahmen organisieren, Schlussrechnungsprüfung, Dokumentation, Gewährleistungsverfolgung

Quer dazu liegen die fünf Handlungsbereiche — sie beantworten, was gesteuert wird: A) Organisation, Information, Koordination und Dokumentation, B) Qualitäten und Quantitäten, C) Kosten und Finanzierung, D) Termine, Kapazitäten und Logistik sowie E) Verträge und Versicherungen. In der Praxis heißt das: Der Projektsteuerer führt das Berichtswesen, prüft jede Kostenfortschreibung, hält den Terminplan nach, bewertet Nachträge und bereitet jede Bauherrenentscheidung so vor, dass sie ohne Fachwissen getroffen werden kann. Wie das konkret in einem Ausbauprojekt aussieht, zeigt unser Leitfaden zum Mieterausbau im Büro.

Wann macht Projektsteuerung besonders Sinn?

Nicht jedes Projekt braucht einen externen Projektsteuerer. In der Praxis empfiehlt sich die Beauftragung insbesondere dann, wenn das Projekt komplex ist – viele Gewerke, mehrere Nutzer oder laufender Betrieb während der Baumaßnahme –, wenn der Eigentümer keine eigene Bauabteilung hat, wenn Budget und Terminrahmen eng definiert sind, oder wenn es sich um eine Bestandsimmobilie handelt, deren technischer Zustand detaillierte Vorabanalysen erfordert.

Gerade bei Bestandsimmobilien – einem unserer Kernbereiche bei RESO – zeigt sich der Wert einer strukturierten Projektsteuerung besonders deutlich. Hier existieren oft unvollständige Bestandsunterlagen, unerwartete Baumängel und enge Abstimmungserfordernisse mit Mietern und Behörden.

Praxishinweis: Eine frühe Einbindung des Projektsteuerers – idealerweise ab der ersten Planungsphase – erhöht die Steuerungsmöglichkeiten erheblich und reduziert spätere Korrekturkosten. Entscheidungen, die in der Vorbereitung getroffen werden, prägen das gesamte Projekt.

Projektsteuerung für Investoren und Bestandshalter

Für Investoren, Family Offices und Wohnungsunternehmen ist Projektsteuerung vor allem eines: die Absicherung des Business Case. Zwischen Ankaufsentscheidung und stabilisiertem Objekt liegen Dutzende Einzelentscheidungen, die Rendite kosten können — vom unterschätzten CapEx-Bedarf über zu optimistische Bauzeiten bis zu Nachträgen, die niemand verhandelt.

Professionelle Projektsteuerung setzt hier bereits vor dem Ankauf an: mit einer technischen Bestandsaufnahme, einer belastbaren CapEx-Planung und einem realistischen Maßnahmen- und Terminplan als Grundlage der Kaufpreisverhandlung. Wie sich versteckter Investitionsstau erkennen lässt, beschreibt unser Artikel CapEx-Rückstau erkennen: 7 Warnzeichen im Bestand.

Nach dem Ankauf übernimmt die Projektsteuerung das laufende Controlling und das Reporting an Investoren und Finanzierer — mit dem Effekt, dass Abweichungen früh sichtbar werden, solange sie noch steuerbar sind, und nicht erst in der Schlussrechnung.

Projektsteuerung im Bestand: Sanierung, Modernisierung, Revitalisierung

Die Steuerung von Bestandsprojekten unterscheidet sich fundamental vom Neubau — und ist deutlich anspruchsvoller. Drei Besonderheiten prägen praktisch jedes Sanierungs- und Modernisierungsprojekt:

1. Unvollständige Grundlagen. Bestandsunterlagen fehlen, sind veraltet oder falsch. Ein seriöser Projektstart beginnt deshalb mit einer technischen Bestandsaufnahme — sonst wird jede Kostenschätzung zur Lotterie.

2. Überraschungen im Bauablauf. Schadstoffe, marode Leitungen, statische Defizite: Im Bestand braucht das Budget belastbare Risikopositionen und das Nachtragsmanagement klare Spielregeln — beides Aufgaben der Projektsteuerung.

3. Betrieb und Mieter laufen weiter. Sanierung im bewohnten oder vermieteten Objekt heißt: Bauphasen takten, Mieterkommunikation organisieren, Behördenauflagen einhalten. Revitalisierungen scheitern selten an der Technik — sie scheitern an der Koordination.

Genau deshalb ist der Effekt professioneller Steuerung im Bestand am größten: Bei Modernisierungs- und Revitalisierungsprojekten entscheidet die Qualität der Vorbereitung und Vergabe über zweistellige Prozentanteile der Gesamtkosten — etwa bei der Frage Generalunternehmer oder Einzelvergabe.

Was kostet Projektsteuerung – und lohnt sie sich?

Das Honorar liegt je nach Umfang und Komplexität in der Regel zwischen 1 % und 7 % der anrechenbaren Baukosten. Der betriebswirtschaftliche Nutzen ist eindeutig: Die Leistung rechnet sich dann, wenn die vermiedenen Mehr- und Nachtragskosten höher sind als das Honorar selbst. In der Praxis enden unkontrollierte Projekte häufig mit erheblichen Budgetüberschreitungen und Terminverzögerungen – Kosten, die durch professionelles Controlling von Anfang an vermieden werden können.

Ein häufiger Irrtum: Interne Managementleistungen erscheinen kostenlos, weil sie in den allgemeinen Geschäftskosten verschwinden. Beauftragen Eigentümer eine externe Projektsteuerung, werden diese Leistungen sichtbar – und oft erstmals verlässlich erbracht.

Projektvolumen (Baukosten)

Typisches Honorar

Anmerkung

bis 1 Mio. €

5 – 7 %

Grundaufwand relativiert sich bei kleinen Projekten

1 – 5 Mio. €

3 – 5 %

häufigster Bereich bei Bestandsprojekten

über 5 Mio. €

1,5 – 3 %

degressiv nach AHO-Honorartafel

Als Berechnungsgrundlage dient in der Praxis die Honorartafel des AHO-Hefts Nr. 9, die das Honorar degressiv nach anrechenbaren Kosten staffelt — verhandelt wird es projektspezifisch nach Leistungsumfang, Projektstufen und Komplexität.

Das magische Dreieck: Kosten, Termine, Qualität

Im Kern dreht sich jede Projektsteuerung um drei Zielgrößen, die in ständiger Wechselwirkung stehen. Kosten lassen sich senken – meistens zu Lasten der Qualität oder des Termins. Qualitäten lassen sich steigern – aber dann steigen Kosten oder Laufzeiten. Termine lassen sich verkürzen – was häufig Mehrkosten oder Qualitätskompromisse erzeugt.

Die Aufgabe des Projektsteuerers ist es, dieses Dreieck im Gleichgewicht zu halten und die Projektziele des Bauherrn konsequent zu vertreten – gegenüber Planern, ausführenden Unternehmen und behördlichen Stellen.

Wie wir bei RESO Projektsteuerung verstehen

Bei RESO übernehmen wir die vollständige Steuerung komplexer Bau- und Sanierungsprojekte – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Übergabe. Unser Schwerpunkt liegt auf Bestandsimmobilien in Berlin und Umgebung: Büro- und Gewerbegebäuden, Pflegeimmobilien, Einzelhandel und gemischt genutzten Objekten.

Was uns dabei auszeichnet: Wir denken nicht nur in Phasen und Checklisten, sondern verstehen die wirtschaftlichen Interessen unserer Auftraggeber. Eine gut gesteuerte Maßnahme ist keine Formalität – sie ist die Grundlage für einen belastbaren Business Case. Zu unseren Referenzen zählen Projekte wie das CUBE Berlin, das Waldorf Astoria Berlin sowie Wohn- und Pflegeprojekte der Katharinenhof-Gruppe.

Fazit: Projektsteuerung ist kein Luxus für Großprojekte – sie ist eine Investition in Planungssicherheit, Kostenkontrolle und Termintreue. Wer frühzeitig einen erfahrenen Projektsteuerer einbindet, reduziert Risiken und schafft die Grundlage für ein erfolgreiches Projekt.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Projektsteuerer konkret?

Er übernimmt die delegierbaren Bauherrenaufgaben: Kosten- und Termincontrolling, Koordination von Planern und Firmen, Vergabesteuerung, Nachtragsmanagement, Qualitätskontrolle und das Berichtswesen. Er bereitet alle Bauherrenentscheidungen so vor, dass der Eigentümer sie ohne eigenes Baufachwissen treffen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Projektsteuerung und Projektmanagement?

Projektmanagement ist der Oberbegriff und umfasst Projektleitung (Entscheidung, Weisung) und Projektsteuerung (Beratung, Kontrolle, Koordination). Der Projektsteuerer hat keine eigene Weisungsbefugnis — er handelt im Auftrag des Bauherrn, der die Projektleitung innehat oder sie teilweise mitüberträgt.

Was kostet Projektsteuerung?

Je nach Projektgröße 1 bis 7 Prozent der anrechenbaren Baukosten — kleine Projekte prozentual mehr, große weniger (degressive Staffelung nach AHO-Honorartafel). Bei einem 2-Mio.-€-Projekt sind realistisch 60.000–100.000 € anzusetzen.

Ab wann lohnt sich ein externer Projektsteuerer?

Als Faustregel ab etwa 100.000 € Bausumme oder sobald mehrere Gewerke koordiniert werden müssen. Spätestens bei Bestandsprojekten mit Mietern im Objekt, engem Budget oder fehlender eigener Bauabteilung ist die Steuerung wirtschaftlich fast immer positiv.

Was ist das AHO-Heft Nr. 9?

Die Publikation der AHO-Fachkommission „Projektsteuerung/Projektmanagement", die das anerkannte Leistungsbild der Projektsteuerung in Deutschland definiert — mit fünf Projektstufen, fünf Handlungsbereichen und einer Honorartafel als Vergütungsgrundlage. Es ist kein Gesetz, aber der De-facto-Branchenstandard.

Übernimmt der Projektsteuerer auch die Bauleitung?

Nein. Die Bauleitung (Objektüberwachung nach HOAI LPH 8) überwacht die Ausführung auf der Baustelle fachlich — sie liegt beim Architekten oder einem Bauleiter. Der Projektsteuerer steuert übergeordnet Kosten, Termine und Verträge; beide Rollen ergänzen sich und können koordiniert vergeben werden.

Braucht man Projektsteuerung auch beim Mieterausbau?

Ab etwa 100 m² Fläche oder 100.000 € Volumen: ja. Gerade beim Ausbau von Gewerbeflächen entscheiden Ausschreibung und Vergabe über 15–20 Prozent der Kosten. Den kompletten Ablauf zeigt unser Leitfaden zum Mieterausbau im Büro.

FAQs

Wir beantworten Ihre Fragen

Noch Fragen zu unseren Leistungen oder Prozessen?
Melden Sie sich gern – wir unterstützen Sie bei jedem Schritt.

Was macht RESO anders als klassische Projektsteuerer?

Klassische Projektsteuerung verwaltet Abläufe – RESO steuert Wirkung. Wir liefern nicht nur Protokolle und Terminpläne, sondern klare Empfehlungen mit Zahlen, Szenarien und Konsequenzen. Dadurch entstehen klare Entscheidungen, weniger Reibungsverluste und mehr Sicherheit bei Kosten, Terminen und Qualität.

Für welche Immobilien eignet sich RESO?

RESO ist besonders stark dort, wo Bestandsimmobilien mehr sind als “Bauen im Bestand”: wenn Technik, Nutzung, Betrieb und langfristige Strategie gleichzeitig entschieden werden müssen. Genau dort sorgt RESO für entscheidungsreife Grundlagenund eine steuerbare Umsetzung.

Können wir RESO auch für einzelne Projektphasen beauftragen?

Ja – RESO kann phasenweise oder punktuell unterstützen. Ob Planung, Investitionsbewertung, Projektsteuerung oder Umsetzung: Wir steigen genau dort ein, wo klare Entscheidungen, belastbare Zahlen und steuerbare Abläufe gebraucht werden – als Vollpartner oder als Verstärkung.

Unterstützt RESO auch bei komplexen Bestandsimmobilien?

Ja. Ein Großteil unserer Arbeit betrifft ältere oder technisch anspruchsvolle Gebäude. Wir analysieren Zustand, Risiken und Potenziale und entwickeln klare Maßnahmen, um Betriebskosten zu senken und die Immobilie langfristig zu stabilisieren.

Kontakt

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.

Ob technisches Management, Projektsteuerung oder strategische Planung – wir unterstützen Sie dort, wo Sie uns brauchen. Schreiben Sie uns eine kurze Nachricht und wir melden uns zeitnah zurück.

Unser Büro

Schlüterstraße 73, 10625 Berlin

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Für welche Immobilien eignet sich RESO?

RESO ist besonders stark dort, wo Bestandsimmobilien mehr sind als “Bauen im Bestand”: wenn Technik, Nutzung, Betrieb und langfristige Strategie gleichzeitig entschieden werden müssen. Genau dort sorgt RESO für entscheidungsreife Grundlagenund eine steuerbare Umsetzung.

Können wir RESO auch für einzelne Projektphasen beauftragen?

Ja – RESO kann phasenweise oder punktuell unterstützen. Ob Planung, Investitionsbewertung, Projektsteuerung oder Umsetzung: Wir steigen genau dort ein, wo klare Entscheidungen, belastbare Zahlen und steuerbare Abläufe gebraucht werden – als Vollpartner oder als Verstärkung.

Unterstützt RESO auch bei komplexen Bestandsimmobilien?

Ja. Ein Großteil unserer Arbeit betrifft ältere oder technisch anspruchsvolle Gebäude. Wir analysieren Zustand, Risiken und Potenziale und entwickeln klare Maßnahmen, um Betriebskosten zu senken und die Immobilie langfristig zu stabilisieren.

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